BERLINER AKZENTE Okt/Nov/Dez 2009 // Blind zur Liebe (von Katrin Starke)

Wenn einem beim Date schwarz vor Augen wird, besagt das eigentlich nichts Gutes. Beim "Dating in the Dark" ist gerade das aber gewollt. Hier tragen alle Teilnehmer Schlafmasken. Und wenn die optischen Reize wegfallen, erhöht sich der Reiz von so manchem Rendevous ungemein.


Martin hat schweißnasse Hände, nippt nervös an seinem Cocktail. Gleich wird er fünf Dates haben. Speed-Dates. Das Licht im "King Kong Club" an der Brunnenstraße in Mitte ist schummrig, die Teilnehmer brauchen sowieso keines. Sie daten im Dunkeln. 


Wird es im Dunkeln funken?
Wenn es losgeht, werden alle Flirt-Kandidaten große lichtdichte Schlafmasken tragen. Eine Liebe "auf den ersten Blick" werde es wohl nicht sein, meint der 22-Jährige mit unsicherem Lächeln. Wird es bei ihm trotzdem funken?

Acht Minuten müssen reichen, um sein Gegenüber kennen zu lernen. Ein paar Fragen nach Hobbys und Vorlieben, dem Lieblingsessen oder dem bevorzugten Urlaubsziel, dann heißt es weiterrücken und den nächsten potenziellen Lover in Augenschein nehmen. "Dating in the Dark" nennt sich diese neue Art des Flirtens im Acht-Minuten-Takt. Die Erfinder sind die beiden Berliner Stefan "Dude" Tolkmitt (33) und Jörn Neubauer (32) – dabei haben sie eigentlich nur den Begriff "Blind date" wörtlich genommen. 


Optische Reize nützen hier gar nichts
Auf der anderen Seite des Vorhangs hat es sich Julia inzwischen gemütlich gemacht. Sie ist erfahrene Speed-Daterin. "Gar nicht, weil ich unbedingt einen Typen für eine neue Beziehung suche", gibt sie offen zu. "Aber ein bisschen flirten, das macht mir einfach Spaß."

Diesmal ist es dennoch auch für sie anders als sonst, sagt die junge Frau. Langes, dunkles Haar, kunstvoll verzierte Fingernägel, hübsch. Auf ihre optischen Reize kann sie hier nicht setzen. Mit ihrem koketten Augenaufschlag vermag sie Martin und Co. hier nicht zu bezirzen, schon gar nicht mit ihren weiblichen Formen oder dem gebräunten Dekolletee zu punkten. Und auch Martin hat in seinem trendigen lila Oberhemd, das nach Muttis Bügelkünsten aussieht, und mit seinem gepflegten Dreitage-Bart keinerlei Chance, bei der Damenwelt Eindruck in punkto Stilbewusstsein zu schinden. 


Die Idee kam beim Pizza-Experiment
Das Aussehen eines Menschen werde total überbewertet, meint Stefan Tolkmitt. "Dabei sind es vielleicht ganz andere Eigenschaften, die letztendlich über Sympathie und Antipathie entscheiden", ist der 33-Jährige überzeugt. Wie die Stimme. Oder die Art und Weise, von sich zu erzählen. Oder der Geruch. "Bei uns kann man im wahrsten Sinne des Wortes testen, ob man sich riechen kann", sagt "Dude".

Die Idee zum Date im Dunkeln sei allerdings eher zufällig entstanden, gibt er zu. Gemeinsam mit Kumpel Jörn hatte er eine Pizza gegessen und dabei aus Spaß mal das Licht dunkel gedreht. "Schmeckte echt anders. Das ist ein Unterschied, wenn man nicht sieht, was man auf dem Teller hat."
Jeanstyp oder Schlipsträger: Wer sitzt mir gegenüber?

Das Pizza-Experiment fanden die beiden so spannend, dass sie überlegten, wie es wohl sei, wenn man jemanden kennen lerne, ohne ihn sofort einordnen zu können. Ohne zu wissen, ob einem ein Zweimeter-Schlipsträger mit blank polierten Schuhen oder ein kleiner rundlicher Jeanstyp mit schütter werdendem Haar gegenübersitzt.

Wer sich bei Stefan und Jörn zum flotten Kennenlernen anmeldet, hat pro Flirtpartner acht Minuten Zeit, ein paar Infos aus seinem Gegenüber herauszukitzeln – ohne von optischen Reizen abgelenkt zu werden. Dann rücken die Männer einen Stuhl weiter zur nächsten Kandidatin. Und machen ebenso wie die weiblichen Speed-Dater Kreuzchen auf dem vor ihnen liegenden Blatt.

Wiedersehen ohne Maske bei Übereinstimmung
Jörn und Stefan geleiten die Teilnehmer in bestimmten Zeitintervallen ins Freie, so dass zufällige Begegnungen ausgeschlossen sind. Stimmen Bewertungen auf den Datekarten überein, übermitteln die Partyveranstalter die E-Mail-Adressen der jeweiligen Dunkelflirter. Die können dann bei einem Date ohne Augenbinde feststellen, ob sie sich auch von Angesicht zu Angesicht attraktiv finden.

Für Martin und Julia wird es kein "Wiedersehen" geben. Als passionierte Diskogängerin fand sie seine Lieblingsbeschäftigung – Angeln in Norwegen – "eher nicht so spannend". Dennoch fragt Julia gleich nach dem nächsten Dating-Termin. "In einer Welt, in der dir auf jedem Werbeplakat offen und freizügig suggeriert wird, wie toll Dein Traumpartner aussehen könnte, reizt mich das Geheimnisvolle. Dass der andere erst einmal ein Unbekannter bleibt." Das Herantasten an diesen Menschen sei doch gerade das, was den Reiz eines Rendezvous ausmachen würde.


TAGESSPIEGEL vom 19.02.2009 /  "Berlin bei Nacht"  (von Sebastian Leber und Saskia Weneit)

"Die Haare sind egal. Schmuck und Schminke auch. Wer will, kann im alten Trainingsanzug erscheinen. Nur müffeln sollte er nicht. Bei „Dating in the Dark“ spielen Äußerlichkeiten keine Rolle mehr, verspricht Stefan Tolkmitt, der Organisator. An drei Abenden pro Woche will der 32-Jährige künftig Singles verkuppeln, ohne dass sie einander zu Gesicht bekommen. Als Ort für sein Experiment hat sich Tolkmitt den King Kong Klub in Mitte ausgesucht, die Regeln sind simpel: Teilnehmen kann jeder zwischen 20 und 52 Jahren, Männer und Frauen bekommen Augenbinden aufgesetzt und werden jeweils paarweise zueinandergesetzt. Dann haben sie acht Minuten Zeit, um sich allein durch Gespräche kennenzulernen, anschließend mischt der Veranstalter die Paare neu. Finden sich zwei sympathisch, werden Nummern ausgetauscht. „Vielleicht lernen sich so Leute kennen, die sich normalerweise nie an einen Tisch gesetzt hätten“, hofft Stefan Tolkmitt. Bei mehreren Testrunden hat es funktioniert: Da wurden am Ende fleißig Telefonnummern ausgetauscht...(...)...Blackminton ist ein netter Zeitvertreib, Stefan Tolkmitts „Dating in the dark“ könnte dagegen im besten Fall Leben verändern, hofft der Veranstalter. Sich vorbereiten und kluge Sätze ausdenken hilft aber nicht. Denn letztlich komme es gar nicht so sehr auf das an, was man sagt, sondern darauf, ob einem die Stimme des anderen sympathisch ist. Und die Gesprächsthemen sind sowieso eher banal. Eine beliebte Frage in den Proberunden lautete: „Wie siehst du aus?“ 


JETZT.DE (SÜDDEUTSCHE ONLINE) vom 24.02.2009 / "Ich möchte missionieren, denn: Aussehen wird überbewertet" (Interview mit Wlada Kolosowa)

In der Stadt ist das Kennenlernangebot so groß - da gerät man gern in die Gefahr, Chancen ziehen zu lassen. Jörn und Dude wollen das ändern. Mit "Kennenlernen im Dunkeln" Jörn Neubauer und Stefan „Dude“ Tolkmitt, beide 32, wollen im Berliner "King Kong Club" Singles verkuppeln. Der Clou: Potenziell Verknallte lernen sich blind kennen und entscheiden über eine Zusammenkunft bei Tageslicht, ohne das Gegenüber zu Gesicht zu bekommen. Am Aschermittwoch geht "Dating In The Dark" in die erste Runde. Ein Interview mit den Machern über Flirten in der Großstadt und Pizzaessen ohne Augeneinsatz.

jetzt.de: Dating In The Dark – wie läuft das genau ab?
Jörn: Im Prinzip ist es wie Speeddating im Dunkeln. Wer mitmachen will, meldet sich im Internet an, wählt seine Altersgruppe und zahlt 15 Euro. Am Datingabend sitzen sich fünf Männer und fünf Frauen gegenüber, getrennt durch einen Vorhang. Auf Kommando ziehen sich alle blickdichte Schlafmasken an, dann geht der Vorhang auf. Die Teilnehmer haben acht Minuten Zeit, um sich kennen zu lernen und dann zu entscheiden, ob sie sich wieder sehen wollen. Wie sie das tun, ist ihnen überlassen.

Darf man fummeln?
Dude: Grundsätzlich gilt: Nicht anfassen. Wenn aber beide Seiten einverstanden sind, können sie sich auch berühren. Will ein Pärchen unbedingt knutschen, gehen wir nicht dazwischen.

Und dann? Maske ab und auf das Beste hoffen?
Jörn: Nach der dunklen Runde kann man für eine weitere bleiben, bei der man das Gegenüber sehen kann. Muss man aber nicht. Menschen, die einander „blind“ sympathisch waren, können sich auch anonym und ungesehen verabreden. Böse Überraschungen gab es bisher übrigens nicht. Wir haben ein paar Proberunden in unserem Freundeskreis gemacht, und festgestellt, dass das Gefühl meistens stimmt. Leute, die sich mit verbundenen Augen mochten, sprachen sich meistens auch äußerlich an.
Dude: So unnatürlich ist die Situation auch gar nicht. Klar, man sieht sich nicht. Und die Intention ist klarer. Aber eigentlich ist es nichts anderes, als sich auf eine Zigarettenlänge vor dem Club zu unterhalten. Im Dunkeln.

Aber gerade in Berlin gibt es doch mehr als genug Clubs, vor denen ich gemeinsam mit anderen rauchen kann.
Jörn: Vielleicht ist genau das das Problem. Ich möchte jetzt keine Diskussion über die Liebe in der Großstadt aufmachen, aber ich kann mir vorstellen, dass es hier schwieriger ist, jemanden kennen zu lernen. Man nimmt zwar leichter Kontakt auf, aber alles ist auch sehr viel unverbindlicher. Man ist verpeilter, Chancen wahrzunehmen. Einerseits liegt es am Überangebot: Die Menschen denken die ganze Zeit, dass es noch besser, aufregender geht. Anderseits packen sie die Gelegenheit nicht beim Schopf – wenn man das süße Mädchen, mit dem man sich in der Clubschlange unterhalten hat, ziehen lässt, gibt es immer noch Tausende süßer Mädchen. Also lässt man sie gehen. In Großstädten kommt immer der nächste. 

Und ihr glaubt, dass Menschen besser zueinander finden, wenn man die Auswahl verkleinert und das Äußere keine Bedeutung mehr spielt?
Dude: Jein. Wir glauben kaum, dass "Dating In The Dark" massenweise zu Hochzeiten führen wird. Aber darum geht’s uns auch gar nicht. Uns reicht es auch schon, wenn Leute miteinander reden, die sich im wirklichen Leben nie begegnen würden. Vielleicht gibt es bei dem einem oder anderen den Aha-Effekt. Wenn ein Punk und eine Tussi feststellen, dass sie sich unterhalten können, finden wir das schon super.
Jörn: Es geht darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es ist, jemanden kennen zu lernen, ohne ihn in Schubladen zu stecken; ihn nicht anhand von Klamotten, Schmuck und seiner Nase einordnen zu können. Abgesehen vom Telefonieren mit Unbekannten ist man ja nie von Äußerlichkeiten losgelöst. Selbst das Internet ist nicht mehr anonym – fast alle Community-Profile sind mit Fotos versehen oder gar mit Bikinibildern und halb-lasziven Aufnahmen.

Ihr wollt das Anbandeln also von den Oberflächlichkeiten lösen?
Dude: Wir wollen den Leuten eine Möglichkeit geben, es zu tun. Vielleicht kommen sie ja auf den Geschmack. Ich will nicht sagen, dass es besser klappt. Aber man spürt einen Unterschied. Schon mal versucht, Pizza mit verbundenen Augen zu essen? Schmeckt echt anders.
Jörn: Wobei es sich generell sagen lässt, dass schöne Pizzas meistens an Geschmack einbüßen und umgekehrt. Nein, im Ernst: Ich glaube an Liebe, die frei von Äußerlichkeiten ist. Und ich möchte alle anderen missionieren. Jawohl. Aussehen wird überbewertet, schließlich ist es nur eine der vielen Komponenten, die darüber entscheidet, ob Menschen sich verlieben. Das ist ziemlich unpraktisch: Ausgerechnet das, worauf man naturgegeben am wenigsten Einfluss hat, bestimmt, ob man eine Chance bekommt oder nicht.

Warst du schon mit jemandem zusammen, den du nicht attraktiv fandest?
Jörn: Nö. Ich fürchte, ich muss mich selbst noch missionieren.


GLAM am 26.02.2009 / "Dating im Dunklen"  (von Helena Goldfisch)

Das normale Speed-Dating kennt ja jeder. Ein paar Menschen bezahlen Geld dafür, dass ihnen in kurzer Zeit ein paar Singles vor die Nase gesetzt werden, mit denen sie dann ein paar Minuten reden dürfen. Am Ende werden meist Kreuzchen auf Zettelchen gemacht und wenn die Kreuzchen der Gesprächspartner übereinstimmen, bekommt man eine Telefonnummer oder eine Mail-Adresse. Während der zeitlich begrenzten Redezeit wird meist herumgestottert oder ein vorher auswendig gelernter Fragebogen heruntergespult, auf den der andere dann wie aus der Pistole geschossen zu antworten hat. Und auch das Aussehen spielt hier eine sehr große Rolle: Finde ich meinen Gesprächspartner attraktiv? Oder geht die Haarfarbe gar nicht? Stören mich seine Bügelfalten oder ein Fleck auf dem Hemd?

Jörn Neubauer und Stefan Tolkmitt haben sich nun in Berlin eine Variante überlegt, bei der man sich nur auf die Stimme und die Aussagen der anderen Person konzentrieren kann: Dating in the dark. Dafür muss man sich im Internet unter anmelden, eine Altersklasse und einen Wunschtermin eintragen und schon geht´s los. Man bekommt eine Seite hinter einem Vorhang zugeteilt und wenn alle Teilnehmer sitzen und sich eine Augenbinde angelegt haben, fällt der Vorhang. Mit einem Abstand von 40-50 Zentimetern kann dann geschnattert und kommuniziert werden. Die Gesprächspartner haben nun acht Minuten Zeit sich verbal näher zu kommen. Wer die räumliche Distanz überwinden und doch auf Tuchfühlung gehen will, dem wird dies natürlich gestattet – es sei denn, beide Partner sind ausdrücklich einverstanden. Ein Tonsignal läutet dann die nächste Runde ein. Wer möchte, kann auch eine Bonusrunde ohne Augenbinde in Anspruch nehmen – oder einfach anonym verschwinden, wenn ihm niemand zugesagt hat.

Haben danach zwei Partner den jeweils anderen auf ihrer Date-Karte markiert, so erhalten beide den Namen und die Mailadresse des anderen und können sich gegebenenfalls kontaktieren. Für 15 Euro kann man dabei sein, Getränke sind im Preis nicht inbegriffen. Der Rahmen eines Dark Dates sind fünf Frau und fünf Männer, d.h. 40 Minuten reine Gesprächszeit. Die Veranstaltungen finden im Berliner King Kong Klub statt.


UNIVIVA am 26.02.2009 / "Dating in the Dark - Verzicht auf visuelle Reize" Auszüge aus einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (von: Micha)


REISEFERNSEHEN.COM  Feb.2009 / Berlin: Licht aus...los geht`s...


TIP-BERLIN vom 05.03.2009  / "Im Dunklen"

Bei "Dating in the Dark" wird das "Blind Date" wörtlich genommen. Kennenlernen auf eine andere Art und Weise!

Genau sieben Minuten lang sitzen sich Frauen und Männer mit verbundenen Augen im King Kong Klub paarweise gegenüber: Die neue Single-Veranstaltung "Dating in the Dark" nimmt das Thema "Blind Date" einfach wörtlich.
Ausgehend von der Überlegung, dass die Stimme einer Person oft mehr über den Charakter aussagt als das Aussehen, wollen die Speeddating-Veranstalter ihre Gäste dazu animieren, beim Kennenlernen andere Sinne als den Sehsinn zu aktivieren: Wie spricht das Gegenüber? Welchen Geruch verströmt er/sie? Nach der Begegnung kann man eine sogenannte Datecard ausfüllen, die auf Übereinstimmungen geprüft wird, um so potenzielle Partner zu ermitteln. Wer schließlich noch die Bonusrunde bucht, kann die Kandidaten ohne Brille treffen. Oder, bei Nichtgefallen, verschwindet man einfach unerkannt und anonym. (Text: jah)


MOTOR FM vom 09.03.2009 / Dating in the Dark Soundclip (von Sarah Tschernigow)


BZ vom 09.03.2009 / Liebe mit verbunden Augen (von Evelyn Rosar)

B.Z.-Reporterin Evelyn Rosar testete einen neuen Blind-Date-Trend in Mitte.

Seine Stimme: Tief und männlich. Was er sagt, klingt echt interessant. Wie er aussieht? Das weiß ich nicht, denn meine Augen sind verbunden. Ich, die B.Z.-Reporterin, teste den neuen Berliner Trend: Blind Dates mit verbundenen Augen.
„Dating in the dark“ nennt sich diese Art des Speed Dating. Stefan Tolkmitt (33) und Joern Neubauer (32) aus Mitte hatten die Idee dafür.

Sonntagabend, 19 Uhr, King Kong Club in Mitte: Ich habe jeweils acht Minuten Zeit, um fünf Jungs kennenzulernen. Durch einen Vorhang von der Männerwelt getrennt, bekommen ich und vier weitere Frauen Stift und Blatt in die Hand: „Hier kreuzt du an, wen du sehen willst“, erklärt Stefan. Dann setze ich die Augenbinde auf. Um Gehör und Geruchssinn zu schärfen und den Traummann zu finden. Augen zu und durch!

Kandidat Nummer 1: Mein Gegenüber stellt sich als Psychologiestudent vor – sehr interessant. Seine Sätze bringt er aber nur leise und schüchtern hervor. Nicht mein Typ!
Nummer 2: Selbstbewusst und locker, bringt er mich mehrfach zum Lachen. Und er riecht gut, bekommt ein „Vielleicht“.
Nummer 3: Einen guten Musikgeschmack hat er, summt mir mein Lieblingslied von „The Killers“. Aber sieht er auch so aus wie ein Rockstar?
Nummer 4: Dass ich aus dem Saarland komme, kommentiert er mit einem plumpen „aha“, redet auch sonst nur vom Wetter.
Nummer 5: Der ist es, den will ich sehen. Sexy Stimme, klingt männlich. Der ist bestimmt 1,90 m groß, muskulös und für jeden Spaß zu haben.

Um 19.40 Uhr fällt der Vorhang, die Spannung steigt: „Bist du Alexander?“ frage ich den Mann mit der sexy Stimme. Er: „Ja.“ Meiner Vorstellung wird er nicht ganz gerecht: 1,70 m groß und ohne breite Schultern. Aber er wirkt richtig nett. Ob ich ihn wieder sehe? Das bleibt mein Geheimnis... 


BZ vom 10.03.2009 /  Liebe Leserin, Lieber Leser (von Bettina Irion)

Klar, es kommt bei einem Menschen natürlich nicht auf das Äußere, sondern nur auf die inneren Werte an. Wissen wir doch alle. Behaupten wir jedenfalls. Und doch kann man echte Überraschungen erleben, wenn man einen Menschen, dessen Stimme man recht sympathisch fand, zum ersten Mal sieht... B.Z.-Reporterin Evelyn Rosar kann das nur bestätigen: Sie nahm an einem Blind Date teil, bei dem alle Teilnehmer beim ersten Kennenlernen eine Augenbinde tragen. Ob sie beim "Dating in the dark" ihren Traummann fand? S. 13.


KISS NO FROG BLOG vom 10.03.2009 /  "Liebe mal blind?"

In einer Zeit, in der man sich immer häufiger in den virtuellen Weiten des World Wide Web bewegt, ist es nicht verwunderlich, dass auch Dating 2.0 hoch im Kurs steht. Warum auch nicht - alles andere macht man schließlich auch online. Allerdings hat man im Netz oft Angst vor der sprichwörtlichen Katze im Sack. Wer verbirgt sich wirklich hinter dem Foto?
Während KissNoFrog auf Video-Chats setzt, um der Anonymität im Internet entgegenzuwirken und Online-Dater vor bösen Überraschungen zu bewahren, scheint es im wahren Leben einen neuen Trend zu geben: Blinde Kuh für Erwachsene. Ähm, ich meine natürlich Blind Dates - und zwar wortwörtlich. So haben sich zwei junge Männer in Berlin zusammengesetzt und ihre Dating-Idee verwirklicht, bei der sich Menschen kennen lernen, während sie eine Augenbinde tragen - also für den Moment „blind" sind. Man entscheidet dann nach 8 Minuten, ob man sein Gegenüber wieder „sehen" möchte.

Jörn Neubauer und Stefan Tolkmitt veranstalten regelmäßig „Dating in the Dark" in einem Club in Berlin. Der Gedanke dahinter: „Es geht darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es ist, jemanden kennen zu lernen, ohne ihn in Schubladen zu stecken; ihn nicht anhand von Klamotten, Schmuck und seiner Nase einordnen zu können. Ich glaube an Liebe, die frei von Äußerlichkeiten ist. Und ich möchte alle anderen missionieren. Jawohl. Aussehen wird überbewertet, schließlich ist es nur eine der vielen Komponenten, die darüber entscheidet, ob Menschen sich verlieben", so Jörn.

Aber genau das ist es: Eine Komponente, die beim Verlieben ebenso eine Rolle spielt wie die Stimme, der Geruch, gemeinsame Interessen etc. Man verliebt sich AUCH aufgrund des Aussehens in jemanden. Genau deshalb setzt KissNoFrog auf Video-Chats, in denen man den Gesprächspartner live erleben kann. Möchte man nicht wissen, mit wem man sich gerade unterhält? Ist es nicht sogar gefährlicher, eine Person im Dunkeln darüber zu lassen, wie man aussieht? Man lernt sich also kennen, ohne den anderen zu Gesicht zu bekommen und macht sich automatisch ein Bild von seinem Gegenüber. Man findet sich sympathisch und entscheidet, sich wirklich zu sehen. Und BUMMMMM! Die Luftblase zerplatzt und es steht eine völlig andere Person vor einem, als man erwartet hatte - und nun? Sind all die anderen Komponenten stark genug, um die Enttäuschung aufzufangen? B.Z.-Reporterin Evelyn Rosar hat „Dating in the Dark" getestet und berichtet von ihrem Erlebnis. Erst ist ER es. Doch mit nur 1,70 statt der erwarteten 1,90 lässt uns die Reporterin im Dunkeln darüber, ob es ein Wiedersehen mit Alexander geben wird... Und auch der Veranstalter räumt ein, noch nie mit einer Frau zusammen gewesen zu sein, die er nicht attraktiv fand.

Eigenartig ist es auf jeden Fall, dass Blind Dates im Zeitalter des Web 2.0 überhaupt angenommen werden. Beim Online-Dating wird nach wie vor die Anonymität und das Vorgaukeln falscher Tatsachen bemängelt. Und jetzt soll genau das der Trend für „persönliche" Treffen in der realen Welt sein? Also: Virtuell alles offen legen und sonst mit Scheuklappen durchs Leben...


LIEBEPUR.COM vom 10.03.2009 / Blinde Kuh für Erwachsene: Und er riecht gut!

BZ-Reporterin Evelyn Rosar machte den Selbsttest bei einem Blindekuhspiel für Erwachsene - Blind Date mit Sichtblende: Man sieht nichts, also hört und riecht man mehr. Das soll vom Äußeren ablenken und in die Seele reinlaufen wie Honig - meinen jedenfalls die beiden Erfinder. Die Reporterin stellte eine sexy Stimme und einen wohligen Duft fest – machte sich aber gleich im Kopf Bilder.
Da fragen wir uns natürlich: Wenn schon die BZ-Reporterin nicht mehr als diese öden Sätze zu schreiben wusste, wie langweilig muss es dann erst für alle anderen gewesen sein? Es wäre auch recht nett von der BZ gewesen, wenn man sich in der Überschrift das Wort "Date-Trend" verkniffen hätte. Und: Die Liebepur schrieb schon einmal über eine ähnliche Geschäftsidee.

(Haha, ja, und zwar zwei Wochen vorher am Mittwoch, 25. Februar 2009):

LIEBEPUR.COM vom 25.02.2009 / Wie schmeckt eigentlich Speed Dating mit verbundenen Augen?

Es gibt ja fast nichts, was es noch nicht gab – außer Nackt-Blind-Dates. Doch auch das könnte sich noch ändern beim Erfindungsreichtum unserer Jungunternehmer, und bei diesen beiden wäre es eigentlich jetzt schon möglich: Man sieht sich nicht, man fühlt sich nicht – man hört sich nur. Speed Dating mit verbundenen Augen – da könnte man theoretisch in Sack und Asche kommen (passt zum Aschermittwoch, nicht wahr?) oder sich mal ganz entkleiden – nur das nützt ja nun auch wieder nichts.

Der Veranstalter sagte der „Süddeutschen Zeitung“, „er glaube an die Liebe, die frei von Äußerlichkeiten“ sei. Das sei seine „Mission“.
Also Mission Maske: Befreit von allen Äußerlichkeiten trifft die Liebe mitten in die Seele, positiv gesehen.

Wer glaubt, dass dies neu ist, sei an Bordellspiele erinnert, bei denen man sich erst am nächsten Morgen demaskieren durfte, an rotes Licht, das die Falten alternder Schönheiten verdeckt oder an die Szene aus 9 1/2 Wochen, in der Kim Basinger die Maske trägt. Das Wort „Darkrooms“ erwähne ich besser gar nicht - aber ich habe ja auch keine solche "Mission".
Nun, auf den Geschmack gekommen? Der Veranstalter verweist auf Pizza: „Schon mal versucht, Pizza mit verbundenen Augen zu essen? Schmeckt echt anders.“
Ja, so war das gemeint. Schon mal versucht, den Partner mit verbundenen Augen zu verwöhnen? Schmeckt echt anders. Oder so ähnlich.


BERLINER ZEITUNG vom 11.03.2009 / Date mit Schlafbrille (von Eva Dorothée Schmid)

Links vom schwarzen Vorhang, den Jörn Neubauer und Stefan Tolkmitt im King Kong Club in Mitte aufgehängt haben, sitzen die Frauen, rechts die Männer. Alle haben schwarze Schlafbrillen übergezogen, es ist schummrig in der Bar, rote Leuchten sorgen für eine gemütliche, leicht verruchte Stimmung. Neubauer und Tolkmitt vergewissern sich, dass alle bereit sind, dann ziehen sie den Vorhang weg und stellen die Uhr.

Acht Minuten haben die fünf Männer und Frauen, die sich gegenüber sitzen, nun Zeit zum Kennenlernen. Dann klingelt der Wecker, der Vorhang wird zugezogen, die Männer rutschen einen Platz weiter. Das Spiel beginnt von vorne, bis jede Frau mit jedem Mann gesprochen hat. Auf einem Zettel können die Singles ankreuzen, wen sie näher kennenlernen wollen. Nur wenn beide ein Kreuz gemacht haben, geben die Veranstalter die Kontaktdaten weiter. Es ist das gleiche Prinzip wie beim Speeddating – nur dass man bei Dating in the Dark sein Gegenüber nur über die Stimme kennenlernt. Die sonst oft entscheidenden Äußerlichkeiten spielen keine Rolle.

Der 32-jährige Alexander ist einer derer, die sich zur ersten Veranstaltung gewagt haben. Für ihn ist Dating in the Dark nicht nur eine Möglichkeit, jemanden kennenzulernen, sondern auch ein Experiment. „Das Aussehen ist normalerweise schon das Wichtigste“, sagt Alexander. „Ich bin gespannt, ob ich mich für jemanden interessiere, wenn ich nur die Stimme höre.“ Auf der anderen Seite des Vorhangs sitzt Josefine. Damit sie sich nicht schon vor der Tür treffen, wurden die Frauen eine Viertelstunde später als die Männer bestellt. Die 22-Jährige ist nervös, raucht eine Zigarette nach der anderen. Sie sagt, sie habe einfach Bock gehabt, mal was völlig Neues auszuprobieren. Das Äußere eines Mannes sei ihr schon wichtig, aber auch eine Stimme könne sehr erotisch sein. „Vielleicht kann mich einer durch seine Stimme überzeugen, den ich sonst übersehen hätte“, sagt Josefine. „Und wenn mir die zusagt, dann frage ich sicher auch, wie er aussieht.“

Fragen nach dem Aussehen

15 Euro haben die Teilnehmer für die Erfahrung bezahlt. Auf die Idee mit dem Daten im Dunkeln kamen Jörn Neubauer, 32, der eigentlich unter dem Label Sawadee Holzmöbel designt, und Stefan Tolkmitt, 33, der als Konzertagent tätig war und sich nun um seinen Sohn kümmert, eher zufällig. Die beiden Freunde schauten einen Spielfilm über Speeddating an. „Hinterher haben wir Pizza gegessen und Stefan hatte aus irgendeinem Grund das Licht recht dunkel gemacht und sagte, probier mal, im Dunkeln schmeckt die Pizza ganz anders“, erzählt Neubauer. Da sei ihm die Idee gekommen, Speeddating mal im Dunkeln zu organisieren. Drei Termine wöchentlich für verschiedene Altersgruppen soll es geben.

Als Josefine Alexander gegenübersitzt, fragt sie nach seinem Alter. „Normalerweise würde ich jetzt sagen, schätz mal, aber anhand der Stimme ist das natürlich schwer“, sagt er. Sie schätzt ihn prompt sechs Jahre jünger, er macht sie vier Jahre älter. Daneben tauschen sich Robert und Doris über ihre Größe aus, er will wissen, ob sie oft Absatzschuhe trägt. Überhaupt sind Fragen nach dem Äußeren recht häufig.

„Man ist aufgeregter, weil das visuelle Feedback fehlt, man weiß nicht, wie das Gesagte ankommt“, sagt Robert hinterher. Alexander fand Dating in the Dark entspannter als normales Speeddating. „Man hat keine so große Reizüberflutung“, sagt er. Und Josefine hat am Ende ein Kreuz auf ihrem Zettel gemacht, bei einem Holländer. „Den Akzent fand ich sehr niedlich“, sagt sie. Die Veranstalter bieten auf Wunsch im Anschluss auch noch eine Runde im Hellen an. „Die hat aber kaum einer gebucht“, sagt Neubauer. 


NACHTAGENTEN am 11.03.2009 / Dating in the Dark - Aussehen wird überbewertet

Im Trubel der Großstadt ist das Kennenlernangebot sehr groß, dabei allerdings Den oder Die Richtige zu finden nicht ganz einfach. Dies möchten Jörn und Stefan jetzt mit "Kennenlernen im Dunkeln" ändern.

Jörn Neubauer und Stefan Tolkmitt möchten im Berliner "King Kong Club" Singels zueinander bringen, ohne dass sie sich vorher gesehen haben oder sehen werden. Die Idee dabei - die Teilnehmer können sich kennen lernen, ohne an Oberflächlich- keiten gebunden zu sein.

Das Prinzip ist das Gleiche wie bei Speeddating nur eben im Dunkeln. Am Datingabend sitzen sich fünf Männer und Frauen gegenüber, getrennt durch einen Vorhang. Auf Kommando ziehen sich Alle blickdichte Schlafmasken an, dann geht der Vorhang auf. Die Teilnehmer haben acht Minuten, um sich kennen zulernen und dann zu endscheiden, ob sie sich wieder“sehen“ wollen oder nicht.

Hierbei geht es den Beiden aber nicht nur darum, Singels zu verkuppeln, sondern auch für den sogenannten Aha-Effekt zu sorgen. Wenn z.B. ein Punk und eine "Tussi" sich unterhalten können und sich vielleicht sogar sympatisch finden wäre das ein großer Erfolg.

Die bisherigen Proberunden in Jörns und Stefans Freundeskreis zeigen dass der erste Eindruck meistens stimmt. Leute, die sich mit verbundenen Augen mögen, sprachen sich meistens auch äußerlich an. Hierbei kommt es nicht darauf an, ob man besonders kluge Sätze von sich lässt, sondern darauf ob einem die Stimme das Anderen sympathisch ist.
Die Gesprächsthemen sind sowieso eher banal, eine beliebte Frage in den Proberunden lautete: "Wie siehst du aus?"


PLEBS TV am 11.03.2009 / Date mit Schlafbrille


RADIO FRITZ am 12.03.2009 / Die RadioFritzen am Morgen mit Sonja Koppitz und Tom Ehrhardt

Es ist dunkel und euch bleibt nichts übrig als euch euer Gegenüber im Geiste vorzustellen und euch voll und ganz auf das Gespräch zu konzentrieren – das ist „Dating in the Dark“. Die Radiofritzen am Morgen Sonja Koppitz und Tom Ehrhardt stellen euch dieses neue Dating-Konzept des King Kong Clubs aus Mitte vor.


RADIO FRITZ am 12.03.2009 / Frieder beim Darkdating 

Ihr seid einsam, verlassen und auf Partnersuche - aber in Clubs zu schüchtern und habt keine Lust auf Single-Partys? Für all diejenigen, die sich jetzt angesprochen fühlen, gibt es Hoffnung! Und die nennt sich Dating In The Dark - echtes Blind Dating. Ihr sitzt mit 'ner Schlafmaske vor euren Augen eurem Speed-Dating-Partner gegenüber - der natürlich auch nix sieht. Entscheidend hierbei sind Stimme, das Gespräch an sich und der Geruch.

Fritz ganz investigativ!

Um mal zu testen, wie das nun richtig funktionieren soll, haben wir Fritz-Reporter Frieder in den King Kong Klub nach Berlin-Mitte geschickt. Der ist schließlich Single und genau in der angebotenen Altersgruppe 20 bis 32. Und: Er ist fündig geworden! In einer Stunde mit sechs Frauen unterhalten - nicht schlecht. Ein bisschen blöd ist er sich vorgekommen mit der Schlafmaske auf, aber eindrucksvoll war es schon für ihn. Trotz Dating-Blindheit.

Wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt, dann meldet euch für Dating In The Dark an und lernt im Blindflug euren Traumpartner kennen. Der Spaß kostet euch 15 Euro, die Bonusrunde mit offenen Augen noch mal fünf Euro inklusive Freigetränk.


FRIENDSCOUT24 am 12.03.2009 / Fünf kuriose Flirt-Trends: Platz 3 Dating in the Dark

Platz 3: Dating in the Dark - Das “Blind Date” im wörtlichen Sinne
Der Verzicht auf visuelle Reize ist die Intention dieses Dating-Konzepts aus Berlin, das wie Speed-Dating im Dunkeln funktioniert. Fünf Männer und fünf Frauen sitzen sich getrennt durch einen Vorhang gegenüber. Auf Kommando ziehen alle Teilnehmer blickdichte Augenbinden über und der Vorhang geht auf. Nach einem achtminütigen Gespräch wird durchgewechselt. Da es keinerlei Ablenkung durch so unwichtige Dinge wie das Aussehen gibt, bleibt die Aufmerksamkeit des Gegenübers garantiert nicht an einem tiefen Ausschnitt oder am Speiserest zwischen den Zähnen hängen. Mit dem Herzen sieht man angeblich sowieso besser. Und der Klang der Stimme soll ja auch tiefe Einblicke in den Charakter eines fremden Menschen gewähren. Wer schon immer mal nur mit seinen inneren Werten punkten wollte, ohne das Gegenüber durch sein Aussehen abzulenken, ist hier goldrichtig.


YAHOO NEWS am 20.03.2009 / Dark Dating für Singles mit dem richtigen Riecher (von Stephanie Roschanski, dpa)

Berlin (dpa) - Josefine ist extrem nervös. Gleich hat die 22- Jährige fünf Dates. Die Männer werden sie nur riechen und hören, nicht sehen können. Josefine ist beim «Dating in the Dark», Speed- Dating im Dunkeln.

Diese Art einen Partner zu suchen, ist nach Worten der Initiatoren Jörn Neubauer (32) und Stefan Tolkmitt (32) neu in Deutschland. Zur Premiere haben sie je fünf Frauen und Männer in den King Kong Klub in Berlin-Mitte eingeladen.

Die Teilnehmer sitzen sich mit Augenbinden paarweise gegenüber, getrennt durch einen schwarzen Vorhang. Fällt dieser, haben sie acht Minuten Zeit, sich mit verbundenen Augen zu unterhalten. Danach entscheiden die Singles, ob sie ihr Gegenüber näher kennenlernen wollen oder nicht. Bei Interesse machen sie auf einem Zettel ein Kreuzchen unter den Namen des Kandidaten. Dann rücken die Männer einen Stuhl weiter zur nächsten Kandidatin. Stellen Neubauer und Tolkmitt bei der Auswertung der Zettel eine Übereinstimmung fest, werden die E-Mail-Adressen ausgetauscht.

«Hallo?», fragt Josefine vorsichtig. «Hallo. Mit wem spreche ich?», antwortet der Unbekannte. «Mit Josefine, also Jo. Josefine hört sich immer so streng an.» «Wer bist'n du?», möchte Frieder, der Unbekannte, wissen. Josefine weiß keine Antwort. Im Hintergrund säuselt der Soundtrack des Erotikdramas «Eyes Wide Shut». Ein Kreuzchen wird Josefine unter Frieders Namen nicht setzen - zu wenige Gemeinsamkeiten.

Die Chance, bei einem gewöhnlichen Speed-Dating einen Partner zu finden, liege bei 4,5 Prozent. Das haben der Psychologe Jens Asendorpf und seine Kollegen von der Humboldt Universität Berlin herausgefunden. Dabei sei die Attraktivität des Gesichts ausschlaggebend. Tolkmitt findet: «Wir sind zu sehr von optischen Vorurteilen gefangen. Ausgerechnet das, worauf wir am wenigsten Einfluss haben, bestimmt, ob wir eine Chance bekommen oder nicht.» Beim Date im Dunkeln sollen deshalb der Hör- und Geruchssinn entscheiden. Je sympathischer die Stimme, desto höher die Chance auf ein Wiedersehen.

Bei der kürzlichen Berliner Dark-Dating-Premiere gab es neun Übereinstimmungen zwischen den Teilnehmern. «Jeder hatte mindestens eine, manche vier», sagt Tolkmitt. Josefine hat nur ein Kreuzchen gesetzt, bei Kevin, einem 31-jährigen Niederländer. «Der hat einen süßen Akzent», verrät sie. Eigentlich hatte sie an diesem Abend auf einen echten Berliner mit einer tiefen erotischen Stimme gehofft. Ob Kevin zu Josefine passt, wird sich erst zeigen, wenn sich die beiden in die Augen blicken. «Menschen, die sich beim Dark-Date aufgrund ihrer Stimmen sympathisch sind, müssen sich noch lange nicht optisch ansprechen», sagt Asendorpf.

Mit «Dating in the Dark» reihen sich Neubauer und Tolkmitt in das momentan schier endlose Angebot moderner Partnervermittlungs- Varianten ein von Speed-Dating über Online-Partnerbörsen und Kuppelsendungen im Fernsehen. Der Fantasie scheinen keine Grenzen gesetzt. In England schwört man auf «Speed Hating». Dort werfen sich Singles Gemeinheiten an den Kopf und streiten nach Herzenslust, um sich kennenzulernen...


WELT ONLINE am 20.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

RHEIN ZEITUNG am 20.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

MORGENWEB am 20.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

ARCOR NEWS am 20.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

MONSTERS & CRITICS am 20.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

SZON am 20.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

DONAUKURIER am 20.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

SCHWERINER VOLKSZEITUNG am 20.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

LÜBECKER NACHRICHTEN am 20.03.2009 / "Dark Dating" für Singles mit dem richtigen Riecher

REMSCHEIDER GENERALANZEIGER am 20.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

VR-WEB (Onlinedienst der Volks-und Raiffeisenbanken) am 20.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

RHEIN-MAIN NET am 20.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

MAIN-SPITZE am 20.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

HAPPYTIME24 am 20.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

FOCUS am 20.03.2009 / Dark Dating für Singles mit dem richtigen Riecher

ALL-IN am 20.03.2009 / Singles kommen auf den Riecher: Daten im Dunkeln

SINGLE-LUEGE.de im März 2009 / Jörn Neubauer & Stefan Tolkmitt wollen in Berlin mit Dating in the Dark dem Trend entgegenwirken, bei der Partnersuche das Aussehen überzubewerten. Auf www.jetzt.de erzählen sie über das Kennenlernen im Dunkeln.

NAUMBURGER TAGEBLATT am 20.03.2009 / Singles kommen auf den Riecher: Daten im Dunkeln

BORKENER ZEITUNG am 20.03.2009 / Singles kommen auf den Riecher: Daten im Dunkeln

ONLY PARTY am 20.03.2009 / Singles kommen auf den Riecher: Daten im Dunkeln


AUGSBURGER ALLGEMEINE am 20.03.2009 / "Liebe geht durch die Nase"  (von Ronald Hinzpeter)

Berlin/Augsburg

In der schnelllebigen Moderne hat das Blitz-Kennenlernen Konjunktur: Beim so genannten „Speed-Dating“ sitzen sich die Kandidatinnen und Kandidaten nur ein paar Minuten gegenüber, um einen Kontakt anzubahnen - und schon geht es zum Nächsten. Das funktioniert nicht sonderlich gut, haben Psychologen der Berliner Humboldt Universität herausgefunden: Die Chance, dabei einen Partner zu finden, liegt bei 4,5 Prozent.

Keine hohe Trefferquote. Vielleicht sollten sich die Menschen nicht auf ihre Augen verlassen und sich von einem attraktiven Gesicht täuschen lassen, sondern auf ihre Nase vertrauen. Deshalb könnte ein neues Angebot in Berlin mehr Erfolg haben. Dort gibt es seit Kurzem ein „Dating in the Dark“ also eine Kennenlernrunde im Dunkeln. Die Teilnehmer hocken sich paarweise mit verbundenen Augen gegenüber, sie können den Anderen also nur hören und vor allem riechen.

Das ist vermutlich das Entscheidende, wie die neuere Geruchsforschung zeigt. Der banale Satz „Sie können sich gut riechen“ ist nicht einfach nur symbolisch gemeint. Wenn einer ein „dufter Typ“ ist, dann hat das schon seinen Grund.

Der ist winzig, entfaltet aber eine gewaltige Wirkung. Duftmoleküle beeinflussen unsere Entscheidungsfindung ganz massiv. Davon ist Gary Beauchamp überzeugt. Er ist Direktor des Riechforschungsinstituts in Philadelphia und sagt: „Gerüche spielen eine viel größere Rolle, als wir wahrhaben wollen.“

Dafür fanden Wissenschaftler etliche Hinweise. So setzten sich Frauen lieber auf Wartezimmerstühle, die mit Androstenon besprüht waren. Das ist ein mit dem Sexualhormon Testosteron verwandter Stoff, der sich vor allem im männlichen Achselschweiß findet. Dieser Schweiß wirkt sich auch auf den Monatszyklus der Frau aus. Der verkürzt sich und wird regelmäßiger, wenn Frauen über einen längeren Zeitraum engen Kontakt mit Männern pflegen.

Mit solchen Erkenntnissen ist natürlich längst noch nicht alles geklärt, denn der Mensch sendet ein ausgesprochen farbiges Bukett an Düften aus. Wie die einzelnen Bestandteile des Geruchs unser Sexualverhalten, unsere Partnerwahl und unsere Gefühle beeinflussen, muss noch erforscht werden.

Vieles deutet darauf hin, dass die Nase eine entscheidende Rolle bei dem spielt, was wir so einfach „Liebe“ nennen. Die Kulturwissenschaftlerin Ingelore Ebberfeld vermutet: „Vielleicht ist vieles, was wir mit unseren Gefühlen erklären, eine Sache des Geruchs.“

So sei zu Urzeiten die Kontaktaufnahme, wie bei anderen Säugetieren, über das Beriechen erfolgt. Dazu gehören ihrer Ansicht nach nicht nur die Nasenbegrüßungsküsse der Maoris, sondern auch die französischen Wangenküsse, die sich mittlerweile auch über Deutschland verbreitet haben: Bei einem „zwei- bis dreimaligen Wangenwechsel“ werde der Haar- und Hautgeruch wahrgenommen.

Wenn wir schon bei den Franzosen sind, nehmen wir doch gleich den Größten als Zeugen für die Bedeutung von Körpergeruch. Auf dem Weg nach Paris soll Napoleon seiner Geliebten Joséphine geschrieben haben: „Wasch dich nicht, ich komme!“


DATING 2.0 am 20.03.2009 / Dark Dating: die Nase entscheidet

Ginge es darum, Originalitätspreise zu verleihen: die Datingbranche hätte vermutlich gute Chancen. Aktuellstes Beispiel ist das so genannte "Dark Dating", das - wie der Name unschwer erkennen lässt - in völliger Dunkelheit abläuft. Was bleibt also übrig? Richtig: die Nase und so geht es bei dieser Form des Kennenlernens auch um den Geruchssinn.

Das macht in gewisser Weise ja auch Sinn, denn wenn man Medizinern und Biologen glaubt, dann ist der Geruch einer der wichtigsten Indikatoren für Sym- bzw. Antipathie. Und so kommt es wie es kommen muss und zwar beim ersten Berliner "Dating in the Dark":

Die Teilnehmer sitzen sich mit Augenbinden paarweise gegenüber, getrennt durch einen schwarzen Vorhang. Fällt dieser, haben sie acht Minuten Zeit, sich mit verbundenen Augen zu unterhalten. Danach entscheiden die Singles, ob sie ihr Gegenüber näher kennenlernen wollen oder nicht. Bei Interesse machen sie auf einem Zettel ein Kreuzchen unter den Namen des Kandidaten.

Das schreibt die Tageszeitung "Die Welt" und wer erfahren möchte, ob sein Gegenüber ihn auch "gut riechen" kann, der sei auf die Webseite www.datinginthedark.de verwiesen.


AD HOC NEWS am 21.03.2009 / «Dark Dating» für Singles mit dem richtigen Riecher

WEB.de am 22.03.2009 / "Dark Dating" für Singles mit dem richtigen Riecher

AZ ONLINE am 23.03.2009 / Singles kommen auf den Riecher: Daten im Dunkeln

NWZ ONLINE am 23.03.2009 / Singles kommen auf den Riecher: Daten im Dunkeln

104.6 RTL RADIO am 23.03.2009 / Dark Dating - Die neue Art zu daten für Singles mit dem richtigen Riecher.

KWICK am 23.03.2009 / "Dark Dating" für Singles mit richtigem Riecher

MAMIWEB LIFESTYLE am 25.03.2009 / Dating in the Dark


PROUD im April 2009 // Dein roter Kussmund hilft dir jetzt auch nicht weiter... (von Charlotte Simon)